Grafschaft Glatz

Über die "Schlesier" sagt Hermann Stehr; ( 1864-1940 )
Schlesien - Land und Volk
"Der Schlesier legt sich schlafen wie ein Vlame, springt wie ein draufgängerischer Franke in den Tag, arbeitet wie ein Pole und verliert sich, von einem sentimentalen Böhmen oder Wenden an der Linken, von einem verträumten Thüringer an der Rechten geführt, durch den Abend in die Nacht. Der Charakter der Schlesier ist wie eine Volksversammlung, die erregt debattiert, aber keine Resolution faßt....."
Hermann Stehr (1864-1940)

Ein kurzer abriss der Geschichte; 

Ein uralter Handelsweg, der so genannte Bernsteinweg, führte über Nachod, Kudowa, Glatz - und einer Abzweigung nach Mittelwalde bis nach Breslau und dann noch weiter bis an die Ostsee. An Handelswegen und Flussüberführungen entstanden die ersten Ansiedlungen und Burgen. Eine Urkunde aus dem Jahr 981 bestätigt, dass am Zusammenfluss der Glatzer Neiße, der Steine, der Weistritz und der Biele eine Holzburg errichtet wurde. Dieses Kastell erhielt den Namen Glatz. 
Zu den ältesten Handwerks zweigen der Grafschaft Glatz gehören die seit dem Mittelalter sich entwickelnden Webereien, aber auch Bauwesen, Bergbau und Glashütten. Die zweite Hälfte des 13. Jhd. und des 14. Jhd brachten einen starken wirtschaftlichen Aufschwung für die ganze Grafschaft, was der wirtschaftlichen Tätigkeit zweier Orden zu verdanken ist: dem Johanniter- und dem Zisterzienserorden.

Infolge der Hussitenkriege in den 20er Jahren des 15. Jhd nahm die Wirtschaftskraft ab. Nach den Hussitenkriegen kam es  zum wirtschaftlichen Aufschwung vor allem des Bauwesens und des Steinbergbaus, wie der Marmorförderung in Reinerz und Wölfelsgrund, der Sandsteinförderung in Langenau, Wünschelburg und  Altweisstritz. der Gold- und Silbergewinnung in (Reichenstein, der Eisenerzgewinnung in Reinerz und Neurode sowie der Kupfergewinnung ebenfalls in Neurode. Diesem Aufschwung, der über 200 Jahre dauerte, machte der 30-jährige Krieg (1618-1648) ein Ende.

Unmittelbare Folgen des Krieges und der Pest war die Entvölkerung der Grafschaft, von bis zu 30%  und  Ruinierte Städte und Dörfer. 
Danach kam es zur einem schnellen Auf blühen der zerstörten Städte. Eine intensive Bautätigkeit,  begünstigte den wirtschaftlichen Aufschwung.

 Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Polen die deutschen Ost gebiete , dabei wird die deutsche Bevölkerung größtenteils vertrieben, als Ausgleich für den Verlust der eigenen Ost gebiete, die sie an die Sowjetunion abtreten mussten,  dabei wird auch die Polnische Bevölkerung vertrieben. 

  Ab 1946 wurden alles private Verstaatlicht. Darüber hinaus kam es auch zur dramatischen Entvölkerung der Gebirgsdörfer, zum Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion und zum Verfall der einheimische Wirtschaft.

Bis 1991 die Kommunisten durch die "Solidarnosc" abgelöst worden sind. Erst Ende der 90er Jahre zeigt sich wieder ein  Aufschwung durch die Privatisierung. 

 Die Heilbäder;

Die Grafschaft Glatz beherbergt viele Heilbäder, so Bad Langenau im Neißetal mit drei Kohlensäure quellen, das Radiumbad Bad Landeck im Bieletal, das Herzbad Bad Altheide mit vier alkalischen, kohlensäurereichen Eisenquellen und Bad Reinerz mit arsenhaltigen Kohlensäure-Stahlsprudeln im Weistritztal sowie Bad Kudowa im mit fünf kohlensäurereichen Eisensäuerlingen. Dazu kommen noch die vielen Mineralquellen in den Grafschafter Orten, die  zum Grundstein für eine bedeutende Getränkeindustrie wurde, sowie der herzlich gelegene Luftkurort Wölfelsgrund.

Heute leben noch ca. 950 000 Deutsche in diesen Gebieten. (Schlesien und Ostpreußen)